Beschwerden am Schreibtisch – wie Bewegung Schmerzen lindern kann

Johannes Heering

Wer einen typischen Bürojob hat, ist heute in vielen Fällen von Rückenschmerzen betroffen. Denn die stundenlange sitzende Haltung, verbunden mit einem eklatanten Bewegungsmangel, sorgt dafür, dass wichtige Muskeln verkümmern und Verspannungen auftreten. Diesem Problem jedoch mit noch weniger Bewegung und Schonhaltung zu begegnen, ist der falsche Weg. Im Gegenteil: Wer unter stress- beziehungsweise haltungsbedingten Rückenproblemen leidet, sollte zu aktiver sportlicher Bewegung als Therapie greifen. Studien belegen, dass sich damit typische Schmerzsymptome von „Schreibtischtätern“ effektiv beseitigen lassen.

Bewegung auch im Büroalltag gezielt einsetzen

Dass Muskeln beim Sport aufgebaut und Verspannungen gelockert werden, leuchtet ein. Von Radfahren über Schwimmen bis hin zu Yoga oder Pilates reichen die Sportarten, die sich zur Linderung von Rücken- oder Schulterschmerzen besonders gut eignen. Auch der die Schmerzen oft verstärkende Stress wird dabei abgebaut. Schließlich sorgt das Auspowern beim Sport auch dafür, dass der Kopf frei wird und das Belohnungszentrum im Gehirn Botenstoffe ausschüttet, die die Schmerzwahrnehmung einschränken. Doch selbst wer sich nicht mehrmals in der Woche zum schweißtreibenden Sport aufraffen möchte, kann mit gezielten kleinen Übungen etwas gegen den Rückenschmerz tun. Dabei wird der Bürostuhl zum Sportgerät und es werden gezielt bestimmte Muskelpartien gedehnt und gekräftigt. Entsprechende Übungen sind beispielsweise Schulterkreisen, Beckenschaukel oder das seitliche Dehnen der Nackenmuskulatur, wie in der Online-Rückenschule OfficePhysio von Physiotherapeuten in kurzen Videos für den Arbeitsplatz dargestellt.

In einer Studie der Universität Ulm konnte nachgewiesen werden, dass durch derartiges gezieltes Muskelaufbautraining Beschwerden wie Rückenschmerzen deutlich gemindert oder sogar völlig beseitigt werden können.

Sport nicht bei Nervenschmerzen anwenden

Basieren die Rückenprobleme allerdings nicht auf Muskelschwäche oder Verspannungen, sollte vor der sportlichen Bewegung oder den Alltags-Übungen zur Muskelstärkung der Arzt konsultiert werden. Denn die Ursache von Rückenbeschwerden können auch Entzündungen, Verletzungen oder Nervenschädigungen sein. Letztere können, wie beispielsweise auf Fachportalen wie nervenschmerz-ratgeber.de recherchiert werden kann, zahlreiche verschiedene Ursachen haben. So können Rückenprobleme beispielsweise auf Schädigungen am Ischiasnerv hinweisen. Gequetschte oder entzündete Nerven durch Bewegungsbelastung noch weiter zu reizen, hat einen genau gegenteiligen Effekt wie beabsichtigt und kann die Beschwerden noch verschärfen. Lediglich psychisch bedingte Nervenschmerzen können durch Bewegungstherapie gelindert werden. Wer deshalb vorhat, mit Sport und Entspannungsübungen gegen typische „Schreibtisch-Beschwerden“ vorzugehen, sollte bei akuten Schmerzen vorab durch einen Arzt bestätigen lassen, dass dies auch aus medizinischen Gründen sinnvoll ist.

Wer von typischen Schmerzsymptomen durch sitzende Tätigkeiten geplagt wird, kann diesen Schmerzen aktiv den Kampf ansagen: Mit Sport beziehungsweise gezielten Übungen zum Muskelaufbau und zur Entspannung lässt sich sehr effizient etwas gegen klassische Probleme wie Rückenschmerzen oder auf Nackenbeschwerden basierende Kopfschmerzen tun. Lediglich Nervenschmerzen sowie verletzungsbedingte Probleme sollten eher durch Ruhigstellung und Schonung behandelt werden.